Broadcom hat die VMware-Preise massiv erhöht — und viele Mittelständler suchen Alternativen. Proxmox VE ist technisch ausgefeilt, Open Source und kostet einen Bruchteil von VMware. Doch wie migriert man sicher?
Wir haben Dutzende Kunden erfolgreich von VMware auf Proxmox migriert. Hier ist unser bewährtes Vorgehen.
Warum Proxmox die bessere Wahl ist
Lizenzkosten
VMware vSphere Standard koste heute ab 3.500 EUR pro CPU-Sockel pro Jahr. Proxmox VE ist kostenlos. Auch mit kommerzieller Support-Lizenz (ca. 250 EUR/Jahr) sparen Sie über 90 %.
Funktionen
Proxmox bietet alles, was Mittelständler brauchen:
- KVM-Virtualisierung (schnell, stabil)
- LXC-Container (ressourceneffizient)
- Live-Migration zwischen Knoten
- Hochverfügbarkeit und Clustering
- integriertes Backup und Restore
- Web-Interface (moderne Bedienung)
Community
Proxmox ist aktiv entwickelt und hat eine wachsende Community. Updates und Security-Patches sind regelmäßig und zuverlässig.
Migrationsstrategie: Drei Ansätze
1. Physisches Backup (langsam, aber sicher)
- VM in VMware herunterfahren.
- VMDK-Dateien exportieren.
- Mit QEMU in Proxmox-Format (QCOW2) konvertieren.
- Auf Proxmox-Storage importieren.
- VM booten und überprüfen.
Vorteil: VM bleibt offline, kein Risiko. Nachteil: Ausfallzeit (je nach Größe 30 Min. bis mehrere Stunden).
2. Live-Migration (für große VMs)
- Beide Systeme (VMware und Proxmox) müssen auf einem gemeinsamen Storage (z.B. NFS) schreiben können.
- VM läuft während der Migration auf beiden Systemen parallel.
- Im letzten Schritt wird die Verbindung zu VMware getrennt, Proxmox übernimmt.
- Ausfallzeit: nur wenige Sekunden.
Vorteil: Sehr kurze Downtime. Nachteil: Erfordert Netzwerk-/Storage-Planung.
3. VM-Klone + Snapshot-Sync (goldener Weg)
- VM mit physischem Backup initial auf Proxmox übertragen.
- VMware-Snapshots regelmäßig zurück zu Proxmox synchronisieren (inkrementell).
- Im Produktivgang: VM wird heruntergefahren, letzter Snapshot übertragen, VM hochgefahren.
- Downtime: Minuten statt Stunden.
Schritt-für-Schritt: Die physische Migration
Schritt 1: Vorbereitung
Proxmox-Cluster aufsetzen, Storage vorbereiten, Netzwerk konfigurieren.
Schritt 2: VM in VMware herunterfahren
Rechtsklick auf VM → Power → Shutdown
Schritt 3: VMDK exportieren
datastore1 → [Ordner mit VM] → Disk-Datei rechtsklick → Download
Schritt 4: In QCOW2 konvertieren
qemu-img convert -f vmdk -O qcow2 disk.vmdk disk.qcow2
Schritt 5: Auf Proxmox hochladen
SCP, FTP oder Web-Interface. File sollte auf dem Proxmox-Storage landen.
Schritt 6: VM in Proxmox importieren
Neue VM erstellen, Disk-Datei als bestehend angeben, konfigurieren.
Schritt 7: Netzwerk überprüfen
MAC-Adresse anpassen (falls DHCP), IP-Konfiguration überprüfen.
Schritt 8: VM booten und überprüfen
Funktioniert alles? Alle Daten da? Backups noch vorhanden?
Häufige Fallstricke
❌ Drivers und Betriebssystem
Nach der Migration braucht Windows oft neue VMware-Tools und neue Netzwerk-/Storage-Treiber. Linux läuft meist sofort. Zeit einplanen!
❌ Licensing
Windows- und SQL-Server-Lizenzen sind oft an die Hardware gebunden. Nach Migration kann eine Neulizenzierung nötig sein — rechtzeitig mit dem Hersteller klären.
❌ Storage Performance
Proxmox auf langsamen HDDs ist frustrierend. SSD-backed Storage (lokal oder via NAS) ist Standard.
❌ Netzwerk-Segmentierung
VLANs und Firewalls müssen auf Proxmox genauso konfiguriert sein. Nicht migrieren und dann „Netzwerk ist kaputt" spielen.
Nach der Migration: Was ändert sich?
- Bedienung: Proxmox hat ein Web-Interface, ähnlich VMware vSphere aber einfacher.
- Administration: Viele Admin-Tasks können jetzt auch über CLI erledigt werden.
- Support: Community-Forum (kostenlos) oder Commercial Support (25 EUR/Monat).
- Monitoring: Proxmox hat weniger eingebaute Metriken als VMware. Ein externes Monitoring-Tool ist sinnvoll.
Warum wir Proxmox empfehlen
Proxmox ist nicht für jeden der richtige Weg — aber für 95 % der Mittelständler ist es die bessere Choice als VMware, wenn die Anforderungen passen:
- Keine exotischen Features nötig (vSAN, NSX, etc.)
- Infrastruktur-Betrieb kennt sich mit Linux aus.
- 100+-VM-Umgebungen sind managebar.
- Kosten-Argument ist zentral.
Für über 1000 VMs oder sehr spezielle Anforderungen bleibt VMware teuer — aber notwendig.